Der Grund, wieso ich angefangen habe Kaffee zu trinken

»Iiih, wie kann man das nur trinken?«

Das waren meine Gedanken, wenn ich Kaffee nur gerochen habe. Bis sich etwas in meinem Leben geändert hat. Genau das möchte ich dir heute erzählen. Denn heute trinke ich sehr gerne Kaffee. Ihr habt euch gewünscht, dass ich über dieses Thema schreibe.

Kinderschminken Miri
Kaffee

Plötzlich veränderte sich mein ganzes Leben. Von einen auf den anderen Tag.

Ganz ehrlich? Jetzt sitze ich vor meinem Laptop und weiß an dieser Stelle nicht, wie ich das Thema am Besten anfangen soll. Ich veruche mal von vorne anzufangen.

Vor einigen Jahren, es war ein ganz normaler Tag. Doch eine Sache war plötzlich anders. Abends habe ich ein Kribbeln im Kinderkopf bekommen. Habe mir nichts dabei gedacht. Am nächsten Tag wurden es Gesichtsschmerzen. Links. Machte mir nicht so große Gedanken, weil ich dachte »das geht schon wieder weg.« Einen Tag später, im Bus von der Uni nach Hause, fingen auf einmal »Taubheitsgefühle« in meiner linken Gesichtshälfte an.

Ein Leben mit Schmerzen

Gesichtsschmerzen

Das war der Moment, in dem ich merkte »Okay Miri, hier stimmt etwas nicht«. Von Tag zu Tag wurde es immer schlimmer. Es gab keinen Tag mehr ohne Schmerzen. Es machte mich fertig. Ich wurde unendlich müde und merkte, wie mein Körper kämpfte. Eines Tages saß ich am Schreibtisch und machte Unisachen, als ich plötzlich meine linke Hand nicht mehr spürte. Da bekam ich so richtig Panik. Ich war allein daheim. Zitterte am ganzen Körper. Mein Herz klopfte so schnell, dass ich es in meinem Hals spürte. Mir wurde schwindelig und schlecht. Diesen Moment werde ich niemals vergessen. Denn ich hatte einfach nur Angst. Wusste nicht, was mit mir los ist. Ich rief meinen damaligen Freund an, da ich allein zu Hause war. Dieser sagte meinem Nachbarn bescheid und er fuhr mich sofort ins Krankenhaus.

Hattest du einen schweren Autounfall?

Im Krankenhaus angekommen beruhigte ich mich langsam. Fühlte mich ein Stück sicherer, obwohl die Menschen dort mir eher das Gefühl gaben, mich nicht so ernst zu nehmen. Ich erzählte ihnen was los sei und sie machten die ersten Untersuchungen. Dann wurde ich zum Röntgen geschickt.

Als der Arzt zu mir kam sagte er »Hattest du einen schweren Autounfall?«  »Nein« war meine Antworte. Er fragte mich dies, weil meine Halswirbelsäule steiler als normal ist. Diagnose »Steilstellung«. Woher das kommt? Ich weiß es nicht. Bei manchen ist es angeboren, bei manchen durch einen Unfall. Als Kind hatte ich einen Fahrradunfall. Bin auf den Kopf gefallen. Das könnte der Grund sein, oder durch Turnen, was ich jahrelang gemacht habe.

Ich bekam Schmerztabletten und wurde nach Hause geschickt. Es folgten Wochen, Monate, nein Jahre mit täglichen Schmerzen. Bis heute. Was ich dagegen getan habe? Ein wahrer Ärtzemarathon begann. Ich glaube ich war bei jedem erdenklichen Facharzt (Neurologe, Kieferorthopäde, usw.), Nervenwasserentnahme, MRT vom Schädel, von der Halwirbelsäule usw. wurden gemacht. Ich war in allen möglichen Therapien. Jeder Arzt hat etwas anderes diagonstiziert. Geholfen hat mir ein Biostatiker in München. Doch auch nur für ein paar Wochen, dann fing wieder alles von vorne an. Jedesmal die Reise nach München und auch die Kosten, ich konnte dies nicht mehr stemmen. Dieser Blogbeitrag wäre so unendlich lang, wenn ich all das noch ausfürlich aufzählen würde. Es war eine lange und harte Zeit. Eine Zeit, die so sehr an den Kräften gezehrt hat.

Ich wollte nicht mehr …

Einerseits redete ich mir ein »Miri das ist nicht so schlimm. Anderen geht es viel schlechter. Sei froh, dass es nix schlimmes ist.« Andererseits habe ich erkannt, dass es mir so viel Lebensqualität genommen hat. Mein Alltag musste ich umstrukturieren. In der Uni musste ich stehen, weil langes Sitzen mir nicht gut tat. Eigentlich gab es keinen Alltag mehr, wie ich ihn kannte. Diese Zeit hat mich fertig gemacht. Wünschte mir nichts mehr als ein Leben ohne diese verdammten Schmerzen. Mein altes Leben. Ich lag tagelang im Bett und weinte. War kaputt und antriebslos von den Schmerzen. Wollte aber nicht täglich Schmerzmittel nehmen. Wollte nicht mehr. Konnte nicht mehr. Hatte das Gefühl, jeder schickte mich weiter oder machte falsche Diagnosen, denn nichts half.  Heute nach so vielen Jahren kann ich sagen, dass mich diese Schmerzen und alle anderen Symptome, die ich hier nicht alle aufzählen möchte, in einer Sache gestärkt haben:

Meinen Weg zu gehen. Ob privat oder beruflich. Es gibt nur ein Leben und das sollten wir nutzen.
Man macht sich so viele Gedanken. Sieht die Welt mit anderen Augen. Wollte es aber nie meinen Mitmenschen erzählen, da ich kein Mitleid wollte, oder, dass sie sich Sorgen machten. Heute lerne ich, dass es besser ist, einfach offen darüber zu sprechen.

Aber wieso habe ich jetzt mit dem Kaffeetrinken angefagen? Weil ich so unendlich müde war, musste ich einen gesunden Weg finden, mich wach zu halten. So fing ich mit dem Kaffeetrinken an. Dies half mir, einigermaßen fit zu sein und heute trinke ich super gerne Kaffee.

So gehe ich heute damit um

Auch wenn ich heute auch noch Schmerzen habe, Ich bin diese Arztbesuche mit allen Untersuchungen usw. einfach leid. Was ich selbst dagegen mache, damit es etwas erträglicher ist? Ich packe Wärme auf meinen Nacken, versuche nicht zu viel am Schreibtisch zu sitzen und habe eine Knirschschiene bekommen. Mit dem Sport ist das so ne Sache. Bekomme oft Schmerzen dadurch, doch langfristig hilft es mir gegen die Schmerzen zu kämpfen. Es ist ein harter Weg, den ich versuche so gut es geht zu gehen und vieles mit mir selbst auszumachen. Meine größte Motivation ist mein Verlobter und meine Familie. Dazu kommt mein Job. Ich mache etwas nützliches. Schenke anderen einen schönen Moment in ihrem Leben. Jetzt könnt ihr vielleicht noch besser verstehen, wieso ich diesen Job so liebe.

Wieso ich damit in die Öffentlichkeit gehe? Es gehört zu mir und meinem Leben. Als ich davon begann zu erzählen meldeten sich so viele Menschen mit ähnlichen Problemen. Wir tauschten uns aus und machten uns Mut. Denn in so einer Situation fühlt man sich so alleine. Von niemandem verstanden. Deshalb möchte ich dies ändern.  Ich denke das war erstmal genug über dieses Thema. Ich versuche immer das Gute darin zu sehen, aber manchmal hat man Momente, in denen man es nicht kann. Kraftlos ist. Dennoch weiß ich, dass mich all das zu der Person gemacht hat, die ich heute bin.

An manchen Stellen kann ich nicht noch genauer darauf eingehen, sonst sprengt das den Rahmen hier.
Ich hoffe einfach, dass du gesund bist. Das ist das wichtigste. Pass auf dich auf und vor allem: Lebe dein Leben! Deinen Traum. Wir haben nur dieses eine Leben. Nutze es.

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